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 | Schöneberg |
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Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Schöneberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es lag zwischen der heutigen Hauptstraße zwischen Dominicus- und Akazienstraße. Friedrich II. ließ ein zweites Dorf für die böhmischen Weber, Neu-Schöneberg genannt, errichten. Es lag ebenfalls an der Hauptstraße bis zur heutigen Grunewaldstraße. Im 19. Jahrhundert gab es unter Adolf Feurig (Gemeindevorsteher) die Vereinigung von Alt- und Neuschöneberg. 1871 mussten sich die Schöneberger unter Wilhelm I. von Berlin eingemeinden lassen. In den kommenden Jahren wuchs die Bevölkerung Schönebergs von etwa 4500 bis 1919 auf 175.000 Einwohner. Durch den Verkauf ihrer Landwirtschaftsflächen als Bauland wurden die ehemaligen Bauern zu Millionenbauern und Schöneberg eine Großstadt. 1898 bekam Schöneberg die Stadtrechte und Rudolf Wilde wurde 1902 zum Oberbürgermeister. Es gab die ersten Pläne für das Rathaus auf dem „Mühlenberg“ neben dem dem sumpfigen Fenn, das bereits trockengelegt worden war. Der Aushub der U-Bahn zwischen Nollendorfplatz und Innsbrucker Platz diente der Trockenlegung. Diese Bahnlinie war die zweite U-Bahnlinie in Deutschland und sollte das Bayerische Viertel mit der wachsenden Stadt verbinden. Fertigstellung war 1910.
Mit der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 verlor Schöneberg seine Selbstständigkeit und bildete seither gemeinsam mit Friedenau den 11. Berliner Verwaltungsbezirk „Schöneberg“. Seit einer Änderung der Bezirksgrenzen im Jahr 1938 gehörte das gesamte Gebiet südlich der Kurfürstenstraße wieder – wie schon bis 1861 – zu Schöneberg. Gleichzeitig wurde auch das bis dahin zu Charlottenburg gehörende Gebiet zwischen dem Nollendorfplatz und der Nürnberger Straße in den Bezirk Schöneberg eingegliedert.
In den letzten Apriltagen 1945 wurde Schöneberg von sowjetischen Streitkräften eingenommen. Schöneberg gehörte von 1945 bis 1990 zum amerikanischen Sektor von Berlin. Im Rathaus Schöneberg hatten während der Teilung Berlins das Berliner Abgeordnetenhaus und der Senat von West-Berlin ihren Sitz. Das Rathaus, der Rudolph-Wilde-Platz und die umliegenden Straßen waren Ort vieler Kundgebungen und des Staatsbesuches des US-Präsidenten John F. Kennedy. Dort hielt er am 26. Juni 1963 seine Rede mit dem berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“. Zu seinen Ehren wurde der Rudolph-Wilde-Platz im selben Jahr in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt; der Stadtpark erhielt daraufhin den Namen Rudolph-Wilde-Park. Der Alliierte Kontrollrat für ganz Deutschland hatte seinen Sitz im Gebäude des Kammergerichts im Heinrich-von-Kleist-Park. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands wird das Gebäude wieder für die höchsten Gerichte Berlins genutzt.
Seit 1946 wurden aus Schöneberg die Rundfunkprogramme des RIAS Berlin (Rundfunk im amerikanischen Sektor) gesendet. Zunächst als Drahtfunk aus dem Telegrafenamt in der Winterfeldtstraße, ab 1948 aus dem Funkhaus in der Kufsteiner Straße 69 am heutigen Hans-Rosenthal-Platz in der Nähe des Rudolph-Wilde-Parks. Bis 1990 war diese Informationsquelle für die DDR-Bevölkerung von großer Bedeutung und die Adresse sehr bekannt. Heute wird dort das Programm des Deutschlandradio Kultur produziert. Das Haus mit dem denkmalgeschützen „RIAS“-Schriftzug ist weithin sichtbar.
Schöneberg hat folgende Stadtquartiere mit ganz eigener Charakteristik:
Bayerisches Viertel Bürgermeister Wilde erbaute vor dem ersten Weltkrieg dieses Quartier mit ursprünglich vielen Fassaden im Renaissancestil. Die Straßen wurden nach bayerischen Städten benannt und hier wohnten viele bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Gottfried Benn und andere Prominente. Aufgrund des hohen Anteils jüdischer Bevölkerung wurde dieser Bezirk auch Jüdische Schweiz genannt. Viele Gedenktafeln an den Lichtmasten, als Dauerausstellung Orte des Erinnerns und Stolpersteine erinnern an die Jahre der Vertreibung und Vernichtung von 1933-1945.
Rote Insel im Schöneberger Osten weist traditionell eine politisch „rote“ (linke) Orientierung seiner Arbeiterbevölkerung auf. Die frühere Wohnbevölkerung der 1930er- und 1940er-Jahre leistete zum Teil erheblichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Ceciliengärten Beispielhaften Städtebau kann man noch heute in den Ceciliengärten anhand des – in den 1920er-Jahren entstandenen und inzwischen denkmalgeschützten – Stadtquartiers begutachten. Wittenbergplatz und Tauentzienstraße. In diesem großstädtisch geprägten Quartier um den Wittenbergplatz im Schöneberger Nordwesten dominiert der gehobene Einzelhandel mit dem KaDeWe als deutschlandweit führendem Kaufhaus an der Tauentzienstraße. Das Gebiet ist Teil der Berliner City West. Am unweit gelegenen Viktoria-Luise-Platz befinden sich die Schulen des Lette-Vereins.
Nollendorfplatz im Kiez um die Fuggerstraße, die Motzstraße und den Nollendorfplatz befinden sich zahlreiche Kneipen, Bars und Läden, die sich überwiegend an ein homosexuelles Publikum richten. Jährlich an einem Wochenende im Juni findet in diesem Teil Berlins das lesbisch-schwule Straßenfest statt, das mit einer Mischung aus Informationsständen gleichgeschlechtlicher Gruppen, Show-Bühnen sowie Imbiss- und Verkaufsbuden mittlerweile tausende Besucher anzieht und sich zu einer Touristenattraktion entwickelt hat. Der Wochenmarkt auf dem Winterfeldtplatz ist inzwischen Kult geworden.
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