Wilmersdorf

Wilmersdorf/Wilhelmsaue
1293 wurde Wilmerstorff erstmalig urkundlich erwähnt. Siedler aus Schwaben, Thüringen und Westfalen lebten von der Landwirtschaft und vom Fischfang im Wilmersdorfer See, der im Ortsteil Wilhelmsaue 1914 zugeschüttet wurde. Im 18. Jahrhundert bauten viele Berliner hier in Deutsch-Wilmersdorf / Wilhelmsaue ihren Sommersitz.
Der Sohn des sogenannten Millionenbauern Schramm, Otto Schramm, ließ 1880 eine Badeanstalt und den Tanzpalast Schramm bauen und dies gab diesem Bezirk den Namen Seebad Wilmersdorf.
Die Grabstätte der Familie Schramm ist auf dem Friedhof Wilmersdorf zwischen dem Fennsee und der Berliner Straße nur wenige Meter von dem ehemaligen Tanzpalast entfernt zu finden.
1911 hat die reiche Familie Blisse mit einer Millionen- Stiftung den Bau eines Waisenhauses finanziert, das heute als Kindertagesstätte und für andere kommunalen Einrichtungen dient. Seit 1912 war Berlin-Wilmersdorf mit 130.000 Einwohnern ein eigenständiger Stadtkreis und wurde 1920 mit anderen Stadtgemeinden zu Großberlin. Angrenzende Stadtteile sind Charlottenburg im Norden, Halensee und Schmargendorf im Western, im Süden Friedenau mit dem Rheingauviertel.
Nach Plänen des Architekten J. Bachmann entstand ab 1925 der riesige Schrammblock, eine Wohnanlage zwischen Am Volkspark, Schrammsrtaße, Hildegardstraße und Livländische Straße.

Bauwerke:
Altlutherische Kirche in der Nassauischen Straße
Evangelische Kirche am Hohenzollernplatz gebaut von Fritz Höger im norddeutschem Backsteinstil
Deutschlands älteste Moschee in der Berliner Straße und eine russisch orthodoxe Kirche stehen ebenfalls in Wilmersdorf.
Künstlerkolonie im Südosten Wilmersdorf heißt im Volksmund Hungerburg. Sie wurde gebaut für Künstler, die sozial nicht abgesichert waren. Seit 1990 steht dieses Ensemble unter Denkmalschutz.
Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße ist 2002 mit einem Preis für fortschrittliche Verkehrsarchitektur ausgezeichnet worden.
Rheingauviertel mit dem Rüdesheimer Platz, auf dem jährlich Winzer von Mai bis September ihre Weine anbieten und zum Verzehr Tische und Stühle zur Verfügung stellen. Die größte Wilmersdorfer Grünanlage ist der Volkspark, der im Osten vom Rathaus Schöneberg bis zum Fennsee im Westen verläuft.
Bekannte Persönlichkeiten, die in Wilmersdorf gelebt haben: George Grosz, Egon Erwin Kisch, Heinrich Mann, Anna Seghers, Arnold Zweig und Franz Cornelsen.